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Musik in der Realschule

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Dem sechsjährigen Erziehungs- und Bildungsauftrag der Realschule entspricht ein breit angelegtes Fächerangebot. Der Pflichtunterricht umfasst neben Religionslehre bzw. Ethik, Deutsch, ein bis zwei Fremdsprachen (Englisch, Französisch) den gesellschaftswissenschaftlichen Bereich (Geschichte, Gemeinschaftskunde, Erdkunde), den mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich (Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Technik) und den musisch-praktischen Bereich mit den Fächern Musik, Bildende Kunst und Sport. In Klassenstufe 5 bis 7 soll das Fach Musik je zweistündig, in Klasse 8 und 9 je einstündig, und in Klasse 10 (Wahl zwischen Bildende Kunst und Musik)zweistündig unterrichtet werden.

Das Fach Musik hat in der Schule insofern einen besonderen Stellenwert, weil das Freizeitverhalten von Jugendlichen stark durch den Konsum von vorwiegend populärer Musik geprägt wird. Der Musikunterricht hat die Aufgabe,Freude an klassischer Musik zu wecken, aber auch die musikalischen Interessen der Schülerinnen und Schüler gelten zu lassen und zu erweitern sowie ihre musikalische Erlebnisfähigkeit zu entwickeln.

Der Lehrplan des Faches Musik ist in zwei Bereiche unterteilt:
  • Singen und Musizieren als praktischer Umgang mit Stimme und Instrument,sowie Musik und Bewegung als körperliche Reaktion auf musikalische Impulse und
  • Musikhören als handlungsorientierte Auseinandersetzung mit Werken verschiedener Sparten, Gattungen und Stilepochen.
Tägliches Singen und die Beschäftigung mit Liedern sind erforderlich, um dem elementaren Ausdrucksbedürfnis des jungen Menschen zu entsprechen. Sie sind damit integrativer Teil der Persönlichkeitsbildung.
Das Liederverzeichnis im Anhang des Bildungsplans umfasst alle Sparten wie
  • Tages- und Jahreskreislieder,
  • Fahrten- und Wanderlieder,
  • Spirituals und Gospels,
  • Pop-, Rock- und Folksongs sowie
  • Lieder anderer Völker.

Spielerische Stimmbildung und der Umgang mit einfachem, z.B. Orff'schem Instrumentarium unter Einbeziehung aller Instrumente, die von Schülerinnen und Schülern einer Klasse gespielt werden, einerseits, sowie Darstellung von Musik durch Bewegung und Tanz andererseits sind Ausgangs- und Mittelpunkt des ganzheitlichen Arbeitens im Fach Musik der Realschule. Diese Tätigkeiten fördern die Freude an und die Aufgeschlossenheit für Musik.
Musikalische Grundkenntnisse werden in Verbindung mit dem Musizieren und Musikhören erworben und werden ständig geübt, vertieft und
erweitert.
Besonders beim Singen und Musizieren erlernen die Schülerinnen und Schüler Formen des Umgangs miteinander und üben das Einhalten von gemeinsam erstellten bzw. vorgegebenen Regeln wie das Beachten von Tempo,Lautstärke und Gestaltung eines Musikstückes oder eines Liedes, sowie das Einhalten eines Ablaufplans wie z.B. dem Wechsel zwischen Soli und Tutti.
Gemeinsames Musizieren erfordert und fördert ein hohes Maß an Disziplin, Konzentration und Ausdauer, was sich erfahrungsgemäß wiederum positiv auf das allgemeine Lernverhalten auswirkt.
Deshalb bekommt dieser Arbeitsbereich in den Klassenstufen 5 bis 7 einen besonderen Stellenwert.
Einen breiten Raum nimmt z.B. in Klasse 6 Improvisation, Kreativität, Ausgestaltung und Verklanglichung von Bildern, Texten oder Filmszenen und das Hören programmatischer Musik ein. Im Erkennen einfacher und später komplexerer musikalischer Formen wird durch eigene Klanggestaltung wie z.B. durch Mitspielsätze die Fähigkeit verbessert, musikalische Vorgänge rational und emotional zu erfahren.
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Mit zunehmendem Alter und durch das bewusste Hören von Musik erhalten die Schülerinnen und Schüler im Musikunterricht die Möglichkeit, sich zu orientieren, kritisch Stellung zu nehmen, Toleranz gegenüber Andersdenkenden und anderen Kulturen zu entwickeln, aber auch medienbedingte Manipulationsmechanismen und ethisch fragwürdige Tendenzen zu durchschauen und zwar fächerverbindend im Lehrplanangebot mit den Fächern Gemeinschaftskunde, Religion /Ethik, Deutsch und Geschichte.
Ab Klassenstufe 8 nimmt der Bereich Musik, Sprache und Handlung eine vorrangige Stellung ein.
Die Oper ist in Klasse 8 oder 9 verbindlich im Wechsel mit den Gattungen Operette und Musical. Oper und Musical sprechen die Jugendlichen emotional stark an und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck, besonders in Verbindung mit einem Opern- oder Musicalbesuch.
Weitere Zusammenhänge zwischen Musik und Sprache sollen auch Beispiele aus den Bereichen Rock-und Popmusik, ab Klasse 7 im Lehrplan der Realschule verankert, vermitteln.
Gospel, Spiritual und Blues als Quelle von Jazz und Rock und die Entwicklung der Rockmusik stehen in Klassenstufe 9 gleichberechtigt neben der stilgeschichtlichen Betrachtung klassischer Werke.

In Klassenstufe 10 haben die Schülerinnen und Schüler zwischen Bildender Kunst und Musik gewählt und werden zweistündig unterrichtet. Neben mehrstimmigem Singen und Musizieren bekommt der Bereich Musikhören ein breites Betätigungsfeld.

  • Weltliche und geistliche Vokalmusik anhand von Kunstlied, Oratorium und Messe sowie
  • Instrumentalmusik anhand von Sonate, Sinfonie, Solokonzert und Concerto Grosso

geben einen Überblick über die in den vergangenen Schuljahren behandelten Bereiche Musikstile, ihre Formen und ihre Komponisten.

Die Entwicklung des Jazz, die Möglichkeit, verschiedene Jazz-Stile und -Musiker "hautnah" kennenzulernen, eigene improvisatorische Gestaltungs- und Notationsversuche zu erstellen und das Experimentieren mit Stimme und Instrument ermöglichen oft einen ganz neuen Zugang zum Fach Musik.
Eine Zusammenstellung epochentypischer Merkmale sowohl klassischer Musik als auch des Jazz in Verbindung mit den Fächern Deutsch, Bildende Kunst und Geschichte vermittelt einen wichtigen Aspekt in dem allgemeinbildenden Erziehungsauftrag der Realschule und fördert die intellektuell-emotionale Entwicklung eines jungen Menschen.

Wesentlicher Bestandteil des musischen Lebens an der Realschule ist das oft große Angebot an Arbeitsgemeinschaften.
Viele Realschulen haben mehrere Chöre, Instrumentalgruppen oder eine Band. Zahlreiche Aktivitäten und Auftrittsmöglichkeiten ergeben sich zusammen mit der Theater-,der Tanz- und der Kunst-AG oder mit örtlichen Vereinen bei schulischen und öffentlichen Feiern und Festen und ermöglichen somit einer großen Schülerzahl unvergessliche Erinnerungen daran, eine Aufführung mitgestaltet zu haben, ganz abgesehen von dem enormen Motivationsschub, der von solch einem Ereignis ausgeht und der sich nicht selten auch auf weitere schulische Leistungen positiv auswirkt.

 

http://www.schule-bw.de/schularten/realschule/

 

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