FUGA - Pastoral-Sinfonien
Gedanken zum Werk von Beethoven und Vaughan Williams
von Hartmut Flechsig
Über thematische Arbeit sowie deren hier erreichte Ausprägung wird noch zu sprechen sein. Im Unterricht aber sollte schon sehr früh der Hinweis erfolgen:
Wer nichts anderes tut, als während des symphonischen Geschehens auf das Auftauchen des Kuckucks und des Blitzes zu warten, der wird sich über weite Strecken hinweg langweilen müssen. In Wahrheit kann man beim Hören weitaus mehr erkennen, wenn man sich überlegt, was Beethoven und die Menschen in seiner Lebenszeit und in seiner Umgebung mit dem Wort „Natur“ bezeichnet haben.
1.) Natur ist nicht das, was uns umgibt, sondern das, was wir von ihr wahrnehmen:
beim Betrachten, beim Riechen und Schmecken, auch beim Hören. Ohne unsere Sinne und unser Erleben bliebe Natur ein belangloses Nebeneinander. In unserem Bewusstsein erst formen wir aus den verschiedenen Eindrücken ein geschlossenes Bild. Besonders intensiv sind diese Eindrücke in der unbebauten Landschaft; in der Stadt dagegen wird unsere Aufmerksamkeit bald auf dies, bald auf jenes gelenkt.
Komponisten früherer Zeit hatten freilich auch in der Natur die Zivilisation gesucht und dargestellt, Leopold Mozart z. B. die Fahrt eines Pferdeschlittens oder die Abläufe bei der Jagd. Wassergeräusche, Vogelstimmen, Unwetter vertreten, im Gegensatz hierzu, in Beethovens Pastoralsinfonie die sich selbst überlassene, unverbildete Natur. ....
Prof. Dr. Harmut Flechsig, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Pastoral-Sinfonien - Handreichung (pdf-Datei - 173 kB)


