FUGA - Paul Hindemith - Sinfonische Metamorphosen
über Themen von Carl Maria von Weber
Gedanken zu Komponist, Werk und Umfeld von Hartmut FlechsigUmwandlungen an einer sich durchhaltenden Substanz – das meint wohl auch der Titel „Metamorphosen“. Man bezeichnet mit diesem Wort zunächst einmal eine Verwandlung, die ohne eigenes Zutun geschieht; die im Wasser lebende Kaulquappe wandelt sich zum Frosch, der sich an das Landleben gewöhnt. Die Nymphe Syrinx, von Pan bedrängt, läßt sich in Schilfrohr verwandeln (kann aber nicht verhindern, dass Pan seinerseits es zur Flöte zurechtschneidet). „Metamorphose“ als eine schöpferische Arbeit meint also ein aktives Umgehen, das etwas Vorgefundenes ergreift und einer ganz unerwarteten, neuen Verwendung zuführt. Dabei tritt ein Autor auf, der das Gewesene für sich gewinnt und in der gewandelten Form auch sich selbst wiederfindet. Auch in der musikalischen „Parodie“ als einer Variationstechnik erweist sich das Material als resistent, selbst wenn es aus einem Entwurf heraus eine neue Gestalt annimmt. Bei Hindemith geschieht das mit konstruktiver Strenge, in schroffer Abhebung von der zur Dodekaphonie gehörigen Technik sucht er eine eigenständige, hintergründig wirksame Ordnung des Tonmaterials. „leicht gefärbt und ein bißchen schärfer gemacht“...
Prof. Dr. Harmut Flechsig, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Paul Hindemith - Sinfonische Metamorphosen über Themen von Carl Maria von Weber (pdf 743 KB - 8 Seiten)


